Schweizer Buchpreis 2026: Fünf Bücher nominiert

    Die Shortlist für den Schweizer Buchpreis 2026 steht fest. Nominiert sind «Königin der Nacht» von Lukas Bärfuss, «Hauptsache kein Zeitgeist» von Hayat Erdogan, «Die Auster» von Yael Inokai, «Das grosse Eis» von Sonja Sophie Kreis und «Unwucht» von Sarah Elena Müller.

    (Bild: zVg) Die öffentliche Preisverleihung findet am Sonntag, 15. November 2026 im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals BuchBasel statt.

    Der Schweizer Buchpreis ist mit insgesamt 42’000 Franken dotiert. Die Gewinnerin oder der Gewinner erhält 30’000 Franken, die vier weiteren Finalist/innen jeweils 3’000 Franken. Die öffentliche Preisverleihung findet am Sonntag, 15. November 2026, im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals BuchBasel statt.

    Die Jurybegründung
    Die fünf nominierten Romane richten den Blick auf das Verborgene und machen Lebensbereiche sichtbar, die häufig übersehen werden: Mutterschaft am Rand der Gesellschaft, die Folgen eines Erdbebens, Altersarmut und prekäre Arbeit, familiäre Kälte sowie Abhängigkeit und Ohnmacht in einer Liebesbeziehung. Die Werke stellen Fragen danach, was wir erkennen und wie wir uns erinnern. Dabei loten die Autorinnen und der Autor unterschiedliche Möglichkeiten des Erzählens und bewussten Nicht-Erzählens aus. Die Jury würdigt insbesondere die sprachliche und stilistische Vielfalt der Schweizer Gegenwartsliteratur.

    Die nominierten Bücher
    Lukas Bärfuss: «Königin der Nacht» (Rowohlt Verlag)
    Bärfuss erzählt vom Aufwachsen mit einer Mutter, die sich selbst «Rabenmutter» nannte. Ohne Bildung, Geld und Perspektiven geriet sie im Alter in die Armutsmigration. Der Autor verbindet die persönliche Familiengeschichte mit der Sozial- und Politikgeschichte der Schweiz und fragt nach der gesellschaftlichen Verantwortung für die Lebenssituation seiner Mutter.

    Hayat Erdogan: «Hauptsache kein Zeitgeist» (Claassen Verlag)
    Am 6. Februar 2023 wartet die Ich-Erzählerin nach dem Erdbeben in der Türkei und Syrien auf Nachrichten von ihren Verwandten. Gleichzeitig blickt sie auf ihr Leben als Tochter einer türkischen Familie in Deutschland zurück und denkt über eine vergangene Liebesbeziehung, Migration, Feminismus und ihre Beziehung zur Mutter nach. Der Roman umfasst 24 Stunden und ist in 24 Gesänge gegliedert.

    Yael Inokai: «Die Auster» (Hanser Berlin Verlag)
    Im Mittelpunkt steht die 73-jährige Reinigungskraft Leonora Bloch, die nach einem Mord in einem Berliner Kaufhaus bereits alle Spuren beseitigt hat. Statt einer klassischen Kriminalgeschichte zeichnet Inokai das Leben in der Kaufhauswelt zwischen Luxus und Armut. Die Reinigungskraft, sonst meist unsichtbar, wird zur zentralen Figur.

    Sonja Sophie Kreis: «Das grosse Eis» (Rowohlt Berlin Verlag)
    Anna hat ihren Bruder seit 40 Jahren nicht gesehen. Er lebt zurückgezogen in Grönland. Nach dem Tod der Eltern reist sie zu ihm und erinnert sich an ihre Kindheit und die Geschichte ihrer Familie. Der Roman verbindet die Nachkriegsjahre im deutsch-schweizerischen Grenzland mit Annas Reise nach Grönland.

    Sarah Elena Müller: «Unwucht» (Limmat Verlag)
    Alice wartet immer wieder auf Rio, mit dem sie einst Kunst studierte. Während er zunehmend in Drogensucht und Kleinkriminalität abrutscht, hält sie an der Beziehung fest. Jahre später versucht sie, die gemeinsame Geschichte in einem Buch zu verstehen. Müller erzählt von Abhängigkeit, einer zerstörerischen Liebe und der Frage, was sich über eine gemeinsame Vergangenheit erzählen lässt.

    Die Jury
    Die fünfköpfige Jury wählte die Shortlist aus 87 eingereichten Titeln von 52 Verlagen. Aus den fünf nominierten Büchern bestimmt sie den Preisträger oder die Preisträgerin des Schweizer Buchpreises 2026. Die Jury arbeitet bei ihrer Entscheidung unabhängig und wird diese schriftlich begründen.

    pd

    www.schweizerbuchpreis.ch
    www.buchbasel.ch

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